Ein 50-mm-Objektiv bleibt ein 50-mm-Objektiv – egal an welcher Kamera. Was sich ändert, ist der Ausschnitt, den der Sensor davon einfängt. Genau das beschreibt der Crop-Faktor: das Verhältnis der Bilddiagonale Ihres Sensors zur Diagonale des Kleinbildformats. Wählen Sie oben Ihr Sensorformat, und Sie sehen sofort, welchem Kleinbild-Objektiv Ihre Brennweite entspricht.
In Millimetern. Steht im Datenblatt Ihrer Kamera unter „Sensor“.
Für die Äquivalenzblende: Sie sagt, welche Blende am Kleinbild dieselbe Schärfentiefe ergibt. Die Belichtung ändert sich dadurch nicht.
So wird gerechnet
Bezugsgröße ist das Kleinbildformat mit 36 × 24 mm. Seine Bilddiagonale ergibt sich nach dem Satz des Pythagoras: die Wurzel aus 36² + 24² – also 43,27 mm. Dieselbe Rechnung für Ihren Sensor, dann teilen:
Crop-Faktor = 43,27 mm ÷ Bilddiagonale des Sensors. Mal Brennweite ergibt die äquivalente Brennweite, mal Blende die Äquivalenzblende.
Ein Beispiel: Der APS-C-Sensor einer Canon misst 22,3 × 14,9 mm. Seine Diagonale beträgt 26,82 mm, der Crop-Faktor also 43,27 ÷ 26,82 = 1,61. Ein 50-mm-Objektiv zeigt an dieser Kamera denselben Ausschnitt wie ein 81-mm-Objektiv am Vollformat.
Wichtig ist, was hier nicht passiert: Die Brennweite ändert sich nicht. Das Objektiv wirft weiterhin denselben Bildkreis, der kleinere Sensor fängt davon nur weniger ein. Das Ergebnis entspricht exakt einem Beschnitt am Vollformatbild – daher der Name. Auch die Perspektive bleibt gleich, denn die hängt allein von Ihrem Standort ab.
Die gängigen Sensorformate im Überblick
Sortiert von groß nach klein. Die letzte Spalte zeigt, wie ein 50-mm-Objektiv am jeweiligen Format ausschneidet.
| Sensorformat | Maße | Diagonale | Crop-Faktor | 50 mm wirken wie |
|---|---|---|---|---|
| Mittelformat (Fujifilm GFX) | 44 × 33 mm | 55,00 mm | 0,79× | 39 mm |
| Vollformat (Kleinbild) | 36 × 24 mm | 43,27 mm | 1,00× | 50 mm |
| APS-H (Canon) | 27,9 × 18,6 mm | 33,53 mm | 1,29× | 65 mm |
| Super 35 (Video) | 24,9 × 14 mm | 28,57 mm | 1,51× | 76 mm |
| APS-C (Nikon, Sony, Fujifilm) | 23,5 × 15,6 mm | 28,21 mm | 1,53× | 77 mm |
| APS-C (Canon) | 22,3 × 14,9 mm | 26,82 mm | 1,61× | 81 mm |
| Micro Four Thirds | 17,3 × 13 mm | 21,64 mm | 2,00× | 100 mm |
| 1 Zoll | 13,2 × 8,8 mm | 15,86 mm | 2,73× | 136 mm |
| Smartphone (1/1,28 Zoll) | 9,8 × 7,3 mm | 12,22 mm | 3,54× | 177 mm |
| Kompaktkamera (1/1,7 Zoll) | 7,6 × 5,7 mm | 9,50 mm | 4,55× | 228 mm |
| Action-Cam (1/2,3 Zoll) | 6,17 × 4,55 mm | 7,67 mm | 5,64× | 282 mm |
Die Zollangaben bei kleinen Sensoren stammen noch aus der Zeit der Fernsehröhren und entsprechen nicht der tatsächlichen Diagonale – ein 1-Zoll-Sensor misst diagonal nur 15,86 mm statt 25,4 mm. Verlassen Sie sich deshalb auf die Millimeterangaben im Datenblatt Ihrer Kamera.
Was der Crop-Faktor bringt – und was er kostet
Reichweite im Tele
300 mm → 480 mm
An APS-C mit Faktor 1,6 wird aus einem 300-mm-Tele der Ausschnitt eines 480-mm-Objektivs – bei gleichem Gewicht und Preis. Für Tier- und Sportfotografie ist das der entscheidende Vorteil.
Weitwinkel wird knapp
16 mm → 26 mm
Umgekehrt verliert derselbe Faktor am kurzen Ende: Ein 16-mm-Weitwinkel zeigt nur noch den Ausschnitt eines 26-mm-Objektivs. Für Architektur und Innenräume brauchen Sie spezielle Weitwinkel.
Der zweite Effekt betrifft die Schärfentiefe. Um denselben Bildausschnitt zu bekommen, arbeiten Sie am kleineren Sensor mit kürzerer Brennweite – und kürzere Brennweiten stellen mehr scharf. Deshalb gibt der Rechner oben auch die Äquivalenzblende aus: Blende mal Crop-Faktor. Ein f/2,8 an Micro Four Thirds entspricht in der Schärfentiefe einem f/5,6 am Vollformat. Für die Belichtung bleibt f/2,8 aber f/2,8 – die Blendenzahl beschreibt hier zwei verschiedene Dinge, die gern verwechselt werden.
Kleiner Sensor heißt nicht schlechteres Bild
Ein Vollformatsensor sammelt bei gleicher Belichtungszeit rund 2,5-mal so viel Licht wie APS-C – schlicht, weil er 2,5-mal so viel Fläche hat. Das zeigt sich bei hohen ISO-Werten und im Dynamikumfang. Bei Tageslicht, in der Studioarbeit oder für Webauflösungen spielt dieser Unterschied jedoch kaum eine Rolle.
Praktisch heißt das: Wählen Sie das Format nach dem, was Sie fotografieren. Wer Tiere und Sport fotografiert, profitiert vom Crop. Wer bei wenig Licht arbeitet oder freistellen will, ist am größeren Sensor besser aufgehoben. Und wer beides braucht, achtet beim Objektivkauf auf die äquivalente Brennweite statt auf die Zahl auf dem Tubus.
Häufige Fragen
Was ist der Crop-Faktor?
Der Crop-Faktor ist das Verhältnis der Bilddiagonale des Kleinbildformats (43,27 mm bei 36 × 24 mm) zur Bilddiagonale Ihres Sensors. Er sagt, um welchen Faktor der Bildausschnitt gegenüber Kleinbild enger wird.
Wie berechnet man den Crop-Faktor?
Berechnen Sie zuerst die Bilddiagonale des Sensors mit dem Satz des Pythagoras: Wurzel aus Breite² plus Höhe². Teilen Sie dann 43,27 mm durch dieses Ergebnis. Bei APS-C von Canon (22,3 × 14,9 mm) ergibt das 26,82 mm Diagonale und einen Crop-Faktor von 1,61.
Was bedeutet äquivalente Brennweite?
Sie nennt die Kleinbild-Brennweite, die denselben Bildausschnitt zeigt. Ein 50-mm-Objektiv an APS-C mit Crop-Faktor 1,6 bildet aus wie ein 80-mm-Objektiv an Vollformat. Die tatsächliche Brennweite des Objektivs ändert sich dadurch nicht.
Verlängert der Crop-Faktor wirklich die Brennweite?
Nein. Der Sensor zeigt nur einen kleineren Ausschnitt des Bildkreises – dasselbe Ergebnis wie ein Beschnitt am Vollformatbild. Die Perspektive bleibt identisch, weil sie allein vom Standort abhängt.
Was ist die Äquivalenzblende?
Sie nennt die Blende, die am Kleinbild dieselbe Schärfentiefe ergibt: Blende mal Crop-Faktor. Ein f/2,8 an Micro Four Thirds entspricht in der Schärfentiefe f/5,6 an Vollformat. Für die Belichtung bleibt f/2,8 aber f/2,8.
Wo finde ich die Sensorgröße meiner Kamera?
Im Datenblatt oder Handbuch unter „Sensor“, meist als Angabe wie 23,5 × 15,6 mm. Zollangaben wie 1/2,3″ stammen aus der Röhrentechnik und entsprechen nicht der tatsächlichen Diagonale – deshalb arbeitet der Rechner mit Millimetern.
Welchen Crop-Faktor hat mein Smartphone?
Die Hauptkamera aktueller Flaggschiffe nutzt einen Sensor um 9,8 × 7,3 mm, das ergibt rund 3,5. Die im Kameramenü angezeigten Brennweiten wie „24 mm“ sind bereits umgerechnete Kleinbild-Äquivalente; die tatsächliche Brennweite liegt bei etwa 7 mm.
Der Crop-Faktor-Rechner ist kostenlos und ohne Anmeldung nutzbar – wie alle Werkzeuge auf tempteria.de. Sie brauchen Unterstützung bei Website, Technik oder Automatisierung? Schreiben Sie uns.








