4K Displays - Ultra HD stellt Web-Entwickler vor schwierige Herausforderungen

Die nächste revolutionäre Entwicklung in punkto Display Technologie bahnt sich an. Vielleicht ist es überraschend, dass diese Entwicklung nicht aus der Computerbranche vorangetrieben wird, sondern durch die Film- und Fernsehbranche ausgelöst wurde.

Früher bestimmte der Fernseher
Die Auflösung von Computermonitoren orientierte sich für lange Zeit an den Standards der Fernsehgeräte. Es gab keinen nennenswerten Unterschied zwischen den Auflösungen von Computermonitoren und TV-Geräten. Es war keine Seltenheit, dass die ersten Personal Computer mit Fernsehgeräten verbunden wurden, um an ihnen zu arbeiten oder zu spielen. Die Computer entwickelten sich jedoch schneller weiter und so wurden in der Folge Monitore mit höheren Auflösungen entwickelt. Die TV-Geräte zogen erst nach, als HDTV Standard wurde. Mittlerweile übertreffen jedoch die Computer-Monitore den HD-Standard locker. Das Retina Display des MacBook Pro Laptops präsentiert beispielsweise eine Auflösung von 2880 × 1800 Pixeln. Derzeit ist allerdings wieder der Fernseher eine Reihe und bringt uns die berüchtigte 4K-Bildschirmauflösung.

Was genau bedeutet 4K?
Ein 4K-Display bringt minimal 3840 × 2160 Pixel auf der Mattscheibe unter. Damit ist die Auflösung ungefähr viermal so scharf wie bei einem klassischen HD Fernseher. Das ist übrigens auch der derzeitige Standard der US-amerikanischen Kinos.

Die 4K-Auflösung von Fernsehgeräten stimmt allerdings nicht mit der von Computermonitoren überein. Die 4000 Pixel sind lediglich ein gerundeter Wert. Während der Standard für TV-Geräte bei 3840 × 2160 Pixeln liegt, erreichen Computerbildschirme dieser Güte sogar 4096 × 2160 Pixel. Das ergibt einen kleinen aber feinen Unterschied von 256 horizontalen Pixeln. Möchte man UHD-Sendungen auf einem echten 4K Display betrachten, wird das Bild leicht verzerrt dargestellt oder an den Seiten beschnitten. Es hat sich eingebürgert, dass man im TV Bereich die Abkürzung UHD verwendet und bei Computer-Monitoren dem Begriff 4K-Display nutzt. Aber was genau haben wir von diesem mehr Pixeln? Neben noch schärferen Bildern und größeren Displays kann UHD in Zukunft den Umfang des derzeit genutzten Farbspektrums deutlich erweitern und höhere Bildraten ausgeben.

Wo gibt es derzeit 4K Inhalte?
Derzeit gibt es noch nicht viele Fernsehsendungen in UHD. Japan und Europa sind mit einigen wenigen Ausstrahlungen der Vorreiter. Die Mehrzahl an 4K-Videos findet man online. Sowohl YouTube als auch Vimeo unterstützen 4K Videos. Auch der Streming-Dienst Netflix bietet die Unterstützung von Ultra-HD im Rahmen einer erweiterten Mitgliedschaft an. Abseits dieser genannten Quellen ist UHD noch nicht sehr verbreitet. Ultra high Definition Blu-Ray Player und Discs werden noch ein paar Jahre auf sich warten lassen und auch die TV-Sender werden zunächst noch nicht viele Inhalte in dieser Auflösung produzieren. Das Potenzial ist jedoch riesig. Branchen wie die Filmindustrie warten nur darauf, dass die Endverbraucher in ihren Heimkinos die entsprechende Basis herrichten.

Weitere Hürden
weitere Limitierungen könnte die Infrastruktur des Kabelnetzes mit sich bringen. Der Übertragungsstandard ist einfach noch nicht ausgereift, um die volle UHD-Auflösung wiederzugeben. Das kann zu starken Kompressionen und einem damit einhergehenden Qualitätsverlust des Bildes führen. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Bildwiederholfrequenz. Computermonitore mit 30 Hz reichen aus, um Filme wiederzugeben. Bei schnellen Mausbewegungen kann es allerdings dazu führen, dass der Mauszeiger sichtbare Spuren nach sich zieht. Eine Bildwiederholfrequenz von 60 Hz bei voller Auflösung wäre in diesem Fall ideal. Darüber hinaus spielen noch andere Faktoren, wie zum Beispiel die Grafikkarte oder der Prozessor eine wichtige Rolle. Es muss also einiges passen, damit sich der 4K Spaß in der gewünschten Qualität entfalten kann.

Der neue UHD-Standard ermöglicht es den Herstellern von Unterhaltungselektronik, größere Displays ohne Verpixelung zu produzieren, und auch kleinere Endgeräte profitieren von dieser Technik. Aber was kommt als nächstes? Obwohl sich UHD noch nicht etabliert hat, existieren bereits die nächsten Stufen in der Evolution der Bildschirmauflösung. Diese heißen beispielsweise WHXGA mit 5120 × 3200 Pixeln und auch an 8K Standards wird bereits kräftig entwickelt. IMAX Kinos lassen grüßen.

Was müssen Webentwickler beachten?
Große Displays sind mehr als praktisch. Man kann viele Fenster nebeneinander anordnen und muss beim Lesen nicht die Augen zusammenkneifen. Es stellt sich die Frage, in welcher Form 4K- Monitore die Arbeit von Webentwicklern beeinflussen und vor welche Herausforderungen sie gestellt werden.

  • Responsive Design wird wichtiger als je zuvor
    Es werden bereits viele Webseiten für 27 Zoll Displays designt. Darüber hinaus gibt es aber auch schon eine Vielzahl von UHD Fernsehern, die mit internen Browsern ausgestattet sind. Es müssen zwangsläufig Überlegungen angestellt werden, was passiert, wenn die eigene Webseite auf 4000 Pixeln in der Breite angezeigt wird.

  • Webseiten dürfen sich nicht aufblähen
    Die durchschnittliche Webseite ist 2 MB groß. Eine Vervierfachung der Seitengröße in Anlehnung an die steigende Auflösung ist nicht akzeptabel, denn sie führt zu deutlich höheren Ladezeiten. Die Gestaltung der Webseite muss also besser durchdacht werden.

  • SVG´s sind eine Lösung
    Scalable Vector Graphics sind für 4K und höhere Auflösungen bestens geeignet. Dabei besitzen sie nur ein Bruchteil der Dateigröße eines Bildes. Sie sind bei größeren Auflösungen unverzichtbar und sollten den Vorzug erhalten, wo es nur möglich ist.

  • Adaptive Images werden zur Pflicht
    Nicht jedes Bildformat kann auf jedem Endgerät angezeigt werden. Schon gar nicht, wenn es sich um ein 4K-Bitmap handelt. Hier wird das HTML5-Tag gerade das mobile Surfen beschleunigen.

  • Testen, testen, testen
    Webentwickler werden sich in Zukunft mit noch mehr Displaygrößen herumschlagen müssen. Wo es in den letzten Jahren ein Trend zu kleineren Bildschirmen gab, kommen jetzt wahre Giganten ins Spiel. Das bedeutet vor allem, die Webseiten auf zahlreichen Geräten zu testen. Die auszuspielenden Inhalte für das jeweilige Endgerät werden mithilfe von Javascript, API`s und Kundenfeedbacks realisiert.

4K-Displays werden Webentwickler vor gewaltige aber nicht unlösbare Herausforderungen stellen. Mit einer strategischen Planung und mit viel Weitsicht wird es möglich sein, Webseiten sowohl für 104-Zoll-Bildschirme als auch für kleine 4-Zoll-Displays zu entwickeln.